So viel Neues. Lest selbst.

Okay, ich habe gesagt, dass ich wieder öfter was veröffentlichen würde. Hat irgendwie nicht so ganz geklappt, wie ich es mir gedacht habe. Aber ich weiß, warum ich es nicht gebacken bekommen habe:

1.) Nach der Prüfung (ja, Referendariat, du bist vorbei, ich fand dich scheiße und du fehlst mir null!) habe ich es genossen, endlich wieder mehr Zeit für Freunde und Familie und auch für mich zu haben. Nach der Arbeit nicht sofort an den Schreibtisch und den Rest des Tages dort verbringen zu müssen, während ein heulendes Kleinkind vor der Tür steht und nach Mama bettelt, was einem ein furchtbar schlechtes Gewissen macht, weil man wieder einmal der Arbeit den Vorzug gewährt, sondern Zeit mit einem strahlenden, süßen, spielenden Kind zu verbringen, ist wirklich toll. Das war irgendwie besser als am PC zu sitzen.

2.) Veränderungen standen an. Der Plan, ein Haus zu kaufen und die damit verbundenen Probleme. (Glaubt mir, es waren viele. Sehr viele. Den-ganzen-Tag-heulen-Probleme.) Eine neue Stelle musste gefunden werden, denn ich wusste, dass ich wieder in Hamburg arbeiten wollte. (Das ging glücklicherweise reibungslos.)

3.) Mats wird größer. Und stellt Sachen an, mit denen man Bücher füllen könnte. Ja, könnte. Denn bald wird er so groß sein, dass er all das hier lesen kann. Und mir stellt sich da die Frage: Wie würde ich es finden, wenn meine Eltern meine komplette Kindheit im Internet für jedermann sichtbar breittreten würden?            Richtig. Fänd ich kacke. Demnach musste ein neuer Schwerpunkt her, was mich auch zum nächsten Punkt führt:

4.) Der neue Schwerpunkt war schnell gefunden, aber ich brauchte erst einmal Material. Dafür musste ich Zeit ins Land gehen lassen.

Jetzt seid ihr bestimmt neugierig, was der neue Schwerpunkt sein wird, hm?
Um den zu erklären, muss ich etwas erzählen…

Und zwar neigte sich mein Referendariat dem Ende. Dier Prüfung war bestanden (so lala, aber bestanden. Bestanden ist gut, gut ist zwei, zwei ist fast eins.) und ich wusste, dass ich nicht an der Schule in Schleswig-Holstein bleiben wollte. Die Gründe hierfür waren verschiedenster Natur. Aber da wir entschieden haben, unser weiteres Leben in Hamburg verbringen zu wollen und Mats somit auch Hamburger Schulen besuchen wird, war klar, dass ich auf lange Sicht dieselben Ferienzeiten wie er haben wollen würde/müsste.

Außerdem hatte das Referendariat es geschafft, dass mich die Regelschule genervt hat. Meine Fächer gingen mir gehörig auf den Keks. Die ganzen Regularien noch viel mehr. Ich brauchte einen Tapetenwechsel.

Und dann kam noch hinzu, dass wir in Deutschland – wie ihr alle wisst – eine große Menge an Flüchtlingen aufgenommen haben. Was ich im Übrigen absolut richtig und unterstützendswert finde und die Sichtweisen von Pegida, AfD und Co. konsequent ablehne. Das ist aber eine andere Geschichte, über die ich mich regelmäßig aufrege und zu platzen drohe, weil mich die Engstirnigkeit und Dummheit dieser Gruppierungen zur Weißglut bringt. Ich fange schon wieder an, mich aufzuregen, also schnell zurück zum Thema: Ich wollte die “gute Seite” unterstützen. Und so passte es ganz hervorragend, dass in Hamburg gerade Lehrer gesucht wurden, die besagte Flüchtlimnge bzw. Flüchtlingskinder unterrichten. Also bewarb ich mich – eine Woche später hatte ich die Zusage.

Deshalb bin ich jetzt eine sogenannte Pool-Lehrkraft. Das bedeutet leider nicht, dass ich meine Tage ganz entsapnnt mit einem alkoholfreien Cocktail an einem Pool verbringe, sondern dass ich dort eingesetzt werde, wo es gerade brennt. So kam es auch, dass ich wenige Tage vor Antritt der neuen Stelle an eine andere Schule versetzt wurde. Das kann mir nun theoretisch jeden Tag wieder passieren. Es bleibt also spannend!

In der nächsten Zeit werde ich versuchen, euch einen Einblick in meinen (Schul-)Alltag zu geben. Dazu gehört zum Beispiel:

  • Was muss ich bedenken, bevor ich starten kann?
  • Was erwartet mich, wenn ich geflüchtete Kinder unterrichte?
  • Welche Probleme sind “normal”?
  • Welche positiven Aspekte gibt es?
  • Inwiefern unterscheidet sich der Unterricht mit geflüchteten Kindern von dem in der Regelschule?

Und dann möchte ich gerne EURE Fragen mir aufnehmen. Schreibt sie mir doch bitte in die Kommentare oder aber auch bei Instagram. Und – was haltet ihr von meinem neuen Schwerpunkt? Findet ihr es spannend? Oder hätte euch das Leben des kleinen Mats’ mehr interessiert? Schreibt mir! Ich freu mich!

Eure Marthe

Ist da jemand? Irgendjemand?

Hallo?

Hallo? Ist da noch irgendwer? Jemand, der hier mal vorbei schaut, obwohl ich zeit drölfzig Jahren nichts, aber auch nichts von mir hab hören lassen?

Ich weiß, es ist lange her. Es ist nicht, dass ich nicht oft an den Blog gedacht habe. Es ist nicht, dass ich kein Material hatte. Es ist nicht, dass ich keine Lust hatte, es mit euch zu teilen. Nein, ganz und gar nicht. Das Problem war einfach, das ich keine Zeit hatte. Und das bisschen Freizeit, das ich im Moment habe, verbringe ich lieber mit meiner Familie, als vor einer Mattscheibe zu hängen. Aber heute mache ich eine Ausnahme, denn der kleine Chef schläft und der große Chef guckt Star Wars. Interessiert mich, wenn ich ehrlich bin, mal so gar nicht. Und außerdem muss der neue Computer eingeweiht werden – was ich ums Verrecken nicht mit Arbeit tun will. Deshalb – tadaaa – tobe ich mich hier wieder aus.

Leute, wie kacke ist es eigentlich, sich nach der Elternzeit in eine Vollzeit-Ausbildungssituation zu begeben? Ehrlich, wie bekloppt kann man sein? Wer macht so’n Scheiß? Ich natürlich. Referendariat mit Kind, klar, schaff ich.

Ha! Wie falsch gewickelt kann man sein? Viel falscher geht’s glaub ich kaum.

Ich erinnere mich noch gut, wie zwei Seelen in meiner Brust kämpften. Einerseits hatte ich nicht das Gefühl, mich schon wieder voll ins Arbeitsleben stürzen zu können (zumal Mats damals knapp 10 Monate alt war), andererseits lechzte ich danach, mehr als nur Hausfrau und Mutter zu sein. Und dieser Konflikt spitzte sich immer mehr zu.

Ihr kennt das bestimmt, dieses Gefühl, komplett zwischen den Stühlen zu sitzen, es allen recht machen zu wollen – und es letztendlich auf ganzer Linie zu (entschuldigt die Wortwahl, aber es trifft einfach zu) verkacken? Willkommen in meiner Welt seit einem Jahr! Wisst ihr, ich habe diesen Anspruch an mich, meinen Job gut machen zu wollen. Gerade, wenn man sich in einer Ausbildungssituation befindet, hat man diesen Anspruch an sich (oder?). Wie oft saß ich am Computer und Matsi rief nach mir? Wie oft musste ich “Nachher, Spatz!” oder “Jetzt nicht, Hase!” rufen? Zu viele Male. Jedes Mal ist mein Herz dabei etwas gebrochen.

Inzwischen schaufle ich bewusst Zeit für Mats frei. Er hat einfach Priorität (auch, wenn es immer Menschen geben wird, die das anders sehen), er ist mein Kind, mein Ein und Alles. Dafür bin ich inzwischen auch durchaus bereit, Abstriche zu machen. Wenn das bedeutet, einen weniger guten Abschluss zu machen, so what! Wenn das bedeutet, später weniger Geld zu verdienen, wen interessiert’s? Ich glaube nämlich nicht, dass Mats später an seine Kindheit zurückdenken wird und in erster Linie an das Geld denkt, das ich verdient habe. Nein, wirklich nicht. Und wenn doch, dann haben mein Mann und ich etwas in der Erziehung falsch gemacht.

Es hat gedauert, zu dieser Überzeugung zu kommen. Es hat Nerven und vor allem Tränen (und davon einige, Holla die Waldfee, das war teilweise nicht christlich, holy moly!) gekostet. Hobbies? Fehlanzeige, alle aufgegeben. Und mal ehrlich, ist es das wert? Nee! Gar nicht! Ich will arbeiten, ich will unabhängig sein, ich will Geld verdienen. Aber meine Familie ist das Wichtigste in meinem Leben, denn ohne sie bin ich einfach nichts. Deshalb spiele ich momentan ernsthaft mit dem Gedanken, nach dem Referendariat der Schule Lebewohl zu sagen und mir einen anderen Job zu suchen. Und seitdem mein Mann und ich das als absolut durchaus denkbare Alternative sehen, geht’s mir besser.

Ich freue mich so sehr darauf, mein altes Leben wiederzuhaben! Darauf, wieder ich zu sein, denn das war ich im letzten Jahr nicht. Irgendwann war ich an dem Punkt angekommen, an dem ich mich selbst nicht mehr leiden mochte.

Die Aussicht, bald wieder mehr Zeit für meine kleine Familie zu haben, ist momentan mein Strohhalm, an den ich mich sehr klammere. Aber er ist mein Lebensretter.

Kennt jemand von euch diese Zwickmühle? Berichtet doch mal! Und auch, wie ihr mit dieser Zwickmühle umgeht bzw. umgegangen seid? Vielleicht Ganz bestimmt könnt ihr mir noch ein paar Tipps geben.

Bis ganz bald (VERSPROCHEN)!

Lebenszeichen.

“It’s been too fucking long.”
So in etwa würde es wahrscheinlich ein Juror einer Castingsendung sagen. Und ja, er würde absolut richtig liegen. Asche auf mein Haupt! Es ist nicht so, dass ich euch nicht auf dem Laufenden halten wollte. Es ist nur so, dass ich wieder komplett zur arbeitenden Gesellschaft gehöre und meine Freizeit sich auf ein Minimum reduziert hat. Und das bisschen Freizeit, das mir noch bleibt, verbringe ich dann ehrlich gesagt lieber mit meiner Familie als vor irgendwelchen Mattscheiben rumzugammeln. Aber ich weiß, dass ihr dafür Verständnis habt. Oder? Ja, ja, es gibt sie, diese Frauen, die es alles hinkriegen. Arbeit, Kind, Haushalt, Hobbies, Blog, dabei blendend aussehen. Ekelhaft, oder? (Ja, hier spricht etwas der Neid aus mir. Obwohl, eigentlich nicht. Respekt habe ich davor. Ich selbst habe nicht diesen Anspruch an mich, wirklich immer alles hinzukriegen, denn ich weiß, dass es mich komplett fertig machen würde. Deshalb lasse ich den Haushalt einfach mal Haushalt sein, Hobbies… naja, in anderthalb Jahren wieder!)
Dennoch will ich mir jetzt die Zeit nehmen und euch berichten, wie es mir dir letzten Wochen ergangen ist.
Erinnert ihr euch, dass Mats in die Krippe gekommen ist und ich nicht wusste, was ich mit all der Freizeit anfangen sollte? Es kommt mir vor, als wäre das zwei Jahre her. Mindestens. Jedenfalls bin ich von Montag bis Freitag jetzt wieder fleißig unterwegs und verdiene etwas Geld. Etwas Geld? Ja, etwas Geld! Ich bin nämlich nur eine kleine Lehramtsanwärterin. Da rollt der Rubel etwas holprig. Aber immerhin, er rollt besser als das Elterngeld.
Ich muss sagen, dass ich sehr, sehr viel Glück mit meinem Stundenplan habe. An langen Tagen habe ich bis 12 Uhr Unterricht. Ja, jetzt fangt nicht gleich alle an mit dem “typisch Lehrer, vormittags recht und nachmittags frei”, denn so easy ist es nicht. Danach folgt immer gerne noch die eine oder andere Konferenz. Und die, oh ja, die können sich hinziehen wie Kaugummi. Insbesondere dann, wenn einem die Zeit im Nacken sitzt und man das Kind aus der Krippe holen muss, weil man ja nur acht Stunden am Tag für die Betreuung bezahlt. (Inzwischen haben wir ein Stundenpaket dazugebucht. Anders geht’s nicht.) Dann heißt es schnell zur Kita, Kind einsacken, nach Hause oder bei gutem Wetter noch mal schnell auf den Spielplatz düsen, dann Abendbrot für den kleinen Chef machen, ihn in die Wanne setzen, gegebenenfalls seine Haare waschen (spätestens dann hat man bei ihm verschissen, und zwar so richtig!), bettfertig machen und ihn irgendwie davon überzeugen, dass Schlaf etwas ganz, ganz Tolles ist. Letzteres auch gerne drei-, viermal. Danach geht’s dann gerne noch mal an den Laptop, Unterricht vorbereiten, sich selbst in neue Themen einarbeiten. Manchmal, wenn ich früh Schluss habe (vor 12), schaffe ich mittags zu Hause etwas zu arbeiten. Bis ich Mats holen muss. Denn wenn er da ist, kann (und will!) ich die Arbeit vergessen: Arbeite ich im Wohnzimmer, zieht er an den Kabeln des Laptops und des Druckers, fischt sich meine Stifte vom Tisch, will genau dann nochmal was essen. Arbeite ich im Schlafzimmer (da steht nämlich aus platztechnischen Gründen der Schreibtisch), sitzt er nicht selten heulend vor der Zimmertür. Und nein, ich lasse mein Kind nicht weinend vor der Tür sitzen.
Momentan sind Ferien, aber wenn ich ehrlich bin, fühle ich mich noch als hätten wir ein langes Wochenende. Mein Mann ist seit gestern auch zu Hause, wir puzzeln rum, ich arbeite (o Wunder!). Mats ist in dieser Woche noch in der Kita und das macht alles schon etwas leichter. Also, das Arbeiten. Klar, es ist auch mal nett, zu zweit zu frühstücken, ohne dass man von der Seite mit Brötchen beworfen wird. Aber irgendwie fehlt etwas. Nicht unbedingt die Flugbrötchen, aber der kleine Kerl der sie wirft.
Morgen ist dann aber auch sein letzter “Arbeitstag”, nächste Woche fahren wir ein paar Tage weg. Ich hoffe sehr, dass ich bis dahin eine To do-Liste abgearbeitet habe, damit ich, wenn wir wieder so sind, vielleicht endlich mal wieder an die Nähmaschine kann! Ja, wie gesagt, Hobbies… Tja, die bleiben leider gänzlich auf der Strecke. Aber es ist in Ordnung. Denn es ist zeitlich begrenzt. Wenn alles gut geht, weht hier ab Februar 2016 wieder ein anderer, entspannterer Wind. Aber das ist Zukunftsmusik.

Mir war es wichtig, euch eben ein Lebenszeichen von mir da zu lassen.
Jetzt werden meine Augen langsam schwer, der kleine Chef schnarcht schon neben mir. Morgen geht’s mit dem Papa vom kleinen Chef zu Ikea. Und Mats und ich haben ein Date! Mit wem und wieso und weshalb erfahrt ihr sicherlich demnächst. Denn ich habe mir vorgenommen, euch ganz bald ganz viel von Mats zu berichten. Denn es gibt so unglaublich viel Neues!

Habt eine schöne Nacht!

Friendship never ends?

Ja, mit den Freundschaften, das is’ so ‘ne Sache.
Früher hatte ich viele Freunde, war ständig unterwegs, mein Handy bimmelte und piepste in einer Tour. Dann lernte ich meinen heutigen Mann kennen, da wurde man zu einem reinen Mädelsabend natürlich nicht mehr eingeladen. Fand ich auch nicht so schlimm, denn schließlich hatten wir anfangs noch eine Fernbeziehung, sahen uns nur an den Wochenenden. Und die wollte ich dann natürlich mit ihm verbringen.
Der nächste Einschnitt kam dann nach unserer Hochzeit. Jaha, ich weiß, wir haben mehr oder minder heimlich geheiratet, was nicht bei allen gut ankam. Kann ich nachvollziehen. Allerdings ist eine große Hochzeitsfeier mit allen Freunden eine recht kostspielige Angelegenheit. Und die Kohle dafür hatten wir schlicht und ergreifend nicht. Es gibt Freunde, die zugegeben haben, anfangs echt sauer auf uns gewesen zu sein, weil wir sie nicht eingeweiht hatten, dass wir heiraten. Aber wir hatten einen guten Grund: Ich war hochschwanger und ein “Überraschungsbesuch” von etwa 40 Leuten vor dem Standesamt hätte mir den Rest gegeben. (Es bar ja schon problematisch, den Ehering überhaupt über meine wassgergefüllten Finger zu wurschteln. Oder: Ich war körperlich alles andere als fit.) Die meisten, die ihrem Unmut Luft gemacht haben, haben im Nachhinein aber verstanden, warum wir es so gemacht haben, wie wir es gemacht haben.
Und dann kam unser Baby. Und damit gingen viele, viele Freunde. Oder Leute, die sich als solche bezeichnet haben. Plötzlich war ich nicht mehr so flexibel und zu allen Schandtaten bereit, wie früher. Plötzlich musste alles vorher geplant und auf den Rhythmus des Babys abgestimmt werden. Plötzlich war ich einfach zu müde oder auch zu faul, um mich großartig rauszuputzen, wenn ich vorher schon wusste, dass nachher eh Babykotze mein Seidentop zieren würde. Einladungen blieben aus. “Guck mal, Schatz, da waren wir die letzten Jahre auch immer, dieses Jahr wurden wir gar nicht mehr eingeladen.” Leute, die einen sonst mit einem Überraschungsbesuch zum Geburtstag überraschten (doppelt gemoppelt. Hält besser!), klatschten plötzlich nur noch einen formlosen Gruß an die Facebook-Pinnwand.
Und wenn ich jetzt mal ganz, ganz ehrlich sein soll, weine ich diesen, wenn auch teilweise jahrzenhtelangen, Freundschaften nicht eine Träne nach.
Warum? Ganz einfach. Wer mich nur ohne mein Kind und ohne meinen Mann mag, hat mich mit den beiden im Schlepptau einfach nicht verdient. Und noch etwas: Es ist ja nicht so, dass Freundschaften nur gehen. Es kommen auch neue dazu! Teilweise sind es komplett Fremde, teilweise sind es alte Bekannte, die auch Kinder haben. Und mit diesen Menschen verbindet einen dann etwas Wunderbares: das Elternsein. Denn genau das macht mich jetzt aus. Und Leute, die damit nichts anfangen können…
To make a long story short: Ich weine diesen vermeintlichen Freundschaften nicht eine einzige Träne nach. Es bringt nämlich nichts! Mit diesen Leuten hatte ich gute Zeiten, aber jetzt sind andere Sachen wichtig. Und eins ist sowieso klar: Echt Freunde bleiben. Egal, ob man heimlich heiratet oder ein Kind bekommt. Ich habe dann lieber ein paar wenige Freunde, auf die ich wirklich zählen kann, komme was wolle.
Denn heute weiß ich, dass wenn mein Handy bimmelt und piepst, sich gute Freunde melden, die nicht genervt die Augen verdrehen, wenn ich eine Einladung mit den Worten “Sorry, aber mein Baby schläft leider nur ein, wenn ich daneben liege!” ablehnen muss. Na ja, zumindest reißen echte Freunde sich zusammen und respektieren die neuen Gegebenheiten. Und neue Freunde kennen einen dann auch nur so: Verplant, den Tagesablauf auf das Kind ausgerichtet, unspontan und immer mit Anhang.

Jetzt würde es mich mal interessieren, wie es euch ergangen ist? Wie hat sich euer Freundeskreis nach so einschneidenden Veränderungen verändert? Oder hat er sich überhaupt nicht verändert? Schreibt’s ihr doch hier in die Kommentare.

Kleiner Junge ganz, ganz groß!

Guten Morgen, ihr Lieben!
Ich sitze gerade, um sieben Uhr morgens, auf dem schattigen Balkon, weil es hier noch sehr angenehm ist. Ich war ja immer ein Sommerkind, ab 30 Grad kam ich so langsam auf Betriebstemperatur. Aber jetzt, nach der Schwangerschaft… Puh, mich machen diese Temperaturen momentan echt fertig, gestern habe ich nach 10:30 Uhr das Haus ganz bewusst nicht mehr verlassen.
Aber eigentlich wollte ich diesen noch kühlen Morgen, an dem Mann und Kind noch schlafen, nutzen, um euch von Mats’ erster Krippenwoche zu erzählen.
Ja, der kleine Mann geht jetzt schon in die Krippe. Wahnsinn, wie die Zeit rast, oder? Eben noch frisch geschlüpft auf meinem Bauch gelegen, jetzt starkst er schon an der Hand seiner Erzieherin durch die Krippenräume.
Seinen ersten Tag hatte er am 15.7. Dieses Datum werde ich auch nie vergessen, denn es war mein Geburtstag. Mein 29., um genau zu sein. Um 9:30 Uhr sollten wir da sein. Und Mats war gleich Feuer und Flamme! Andere Kinder, die dazu auch noch alle älter sind als er! Fand er klasse. Auch zu seiner Erzieherin schien er gleich einem Draht zu haben, zog sich an ihr hoch, lachte sie an.
Die nächsten Tage verliefen auch gut: Er spielte mit anderen Kindern, am Donnerstag waren wir auch mit auf dem Spielplatz, wo es lecker Sand zu essen gab, der Mats so müde machte, dass er auf dem etwa fünfminütigen Heimweg einschlief und es nicht merkte, dass ich ihn aus dem Maxi Cosi hob und in die Wohnung trug.
Am Freitag wurde es dann spannend: Ich sollte zum ersten Mal für eine (noch) kurze Zeit weg gehen. Mats spielte draußen, ich sagte ihm tschüss, ging rein. Und er meckerte, als ich ging! Etwa drei Sekunden lang. Dann ließ er sich ablenken und spielte fleißig weiter.
Als ich wiederkam, ignorierte er mich erstmal. Klar, da kamen ja auch gerade richtige Kindergartenkinder an seiner Sandkiste vorbei, da konnte er Mama keine Beachtung schenken! Als er es dann doch irgendwann mal tat, konnte ich in seinem Blick sehen: “Mama. Du hier? Eben warst du… Wo warst du eben? Hast du mich etwa… Allein gelassen? Du hast mich allein gelassen und ich habe es nicht mitbekommen!” Und fing gleich an zu weinen. Kaum hatte ich ihn auf dem Arm war seine kleine Welt aber wieder in Ordnung.

Jetzt stellen sich bestimmt mehrere unter euch die Frage, wie es mir als Mutter bei der ganzen Sache ging.
Die Woche vorher ging es mir durchwachsen, das muss ich ehrlich zugeben. Ich wusste, dass es ihm gefallen würde. Und mein Mann sprach auch schon seit Wochen selten von etwas anderem als dem blöden Abnabelungsprozess. Ich habe es immer von mir weggeschoben, dieses elendige Thema, weil ich dachte, erstmal warte ich ab – handeln kann ich dann immer noch.
Und klar, wenn man neun Monate fast jeden Tag 24 Stunden zusammen war, dann ist es nicht leicht, sich mit dem Gedanken anzufreunden! dass es bald nicht mehr so sein wird. Der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier. Und am Tag vor der Eingewöhnung harte ich ihn dann, meinen mittelschweren Nervenzusammenbruch: Mein Baby ist doch noch viel zu klein für die Krippe!
Ehrlich? Bullshit! Es war egoistisch, wenn auch menschlich, so zu denken.
Nachdem der erste Tag dann ganz toll verlaufen war, waren auch automatisch all diese Gedanken weg.
Und wie ging es mir wohl, als ich weggeschickt wurde? Ihr wollte die schonungslose Wahrheit? Es ging mir gut! Naja, außer, dass ich Hunger hatte. Aber ich habe mich gefreut, dass ich endlich mal wieder in Ruhe ein Buch lesen konnte, wenn auch nur für 30 Minuten. Ich habe es sehr genossen! Eben weil ich wusste, dass mein Kind im guten Händen ist und Spaß hat. Ich schrieb meinem Mann dann eine Nachricht, dass ich nun lesen würde. Er fragte mich, ob ich das denn jetzt abkönne, Mats nicht bei mir zu haben. Oh ja, ich konnte es!
Also war es im Nachhinein auch nicht mal halb so schlimm wie gedacht. Insofern habe ich, indem ich das Thema Abnabelungsprozess vor mir her geschoben habe, alles richtig gemacht. Und meinen kleinen Nervenzusammenbruch… Naja, den darf man auch mal haben, war aber in diesem Fall komplett unnötig und hat mich nur Make-up gekostet. Und meinen Mann endlos viele Nerven!

Morgen geht’s wieder in die Krippe, dann nochmal so wie am Freitag. Nur, dass ich außer Hirsekringeln etwas Essbares für mich in der Tasche haben werde! Läuft es morgen wieder so gut wie Freitag, erhöhen wir Dienstag auf eine Stunde. Und wenn das auch klappt, steigern wir uns zum Ende der Woche so, dass ich mal weg gehe. Kaffee trinken oder so. Und wisst ihr was? Ich freue mich schon drauf! Ihr werdet das alles bestimmt auch bei Facebook verfolgen können… 😉
Und ich freue mich schon auf die Entwicklung, die Mats weiterhin – auch durch die Krippe – nehmen wird. Neulich stand er frei in der Krippe, bestimmt für 45 Sekunden. Bis andere Kinder um die Ecke kamen und er sich erschrocken hat und hingefallen ist. Außerdem finden mein Mann und ich, dass sich seine Sprache schönen weiterentwickelt hat. Das, was er brabbelt, hört sich schon mehr nach Worten an. Oder bilden wir uns das ein?

Wie war es bei euch, als eure Kleinen in die Krippe/den Kindergarten gegangen sind? Wie ging es euch damit? Würde mich mal sehr interessieren! Schreibt’s mir doch hier in die Kommentare!

Jetzt will ich aber mal gucken, was meine beiden Süßen so machen!
Bis bald!

Familienurlaub und die daraus resultierenden Erkenntnisse.

Was will das Tablet sagen, wenn es aus Familienurlaub eigenmächtig das Wort “Familiengrab” macht?!

Nun, wie dem auch sei – WIR SIND ZURÜCK! Ja, wir waren jene Woche im Urlaub, genauer gesagt an der Nordsee, im schönen Burhave. Wo? Jaha, eben genau da! Wie man auf so einen Ort kommt? Easypeasy. Meine Oma hat früher dort gelebt. Und dementsprechend viele Ferien habe ich als Kind und Jugendliche verbracht. Inzwischen ist meine liebe Oma seit ein paar Jahren nicht mehr hier bei uns und ich muss sagen, dass ich sie doch sehr vermisse. Deshalb hatte ich diesen Wunsch, wieder dorthin zu reisen, wo mich so ziemlich alles an sie erinnert. Sicher werden einige das jetzt masochistisch nennen, aber ich war mir schon bevor wir unser Ferienhaus gebucht hatten darüber im Klaren, dass ich eventuell von Gefühlen übermannt werde. Gefühlen, die ich sonst so nicht bemerke im Alltag. Und wisst ihr was? Mir ging es gut! Klar war es merkwürdig, an dem Haus vorbei zu gehen, in dem sie früher gelebt habt. Da hingen andere Vorhänge im Fenster, die nicht minder – sagen wir mal antik – anmuteten als die meiner Oma. (Sorry, Oma!) Und da standen andere Blumen auf dem Fensterbrett. Aber es war irgendwie okay.
Jedenfalls war das der Hauptgrund, warum wir ins beschauliche Burhave gefahren sind und nicht nach Spanien oder Italien. Zumal wir uns das alles sowieso nicht hätten leisten können.

Unser Auto, wohlgemerkt ein Kombi, war pickepacke voll. Klamotten, Badesachen, Wasserspielzeug für Mats, anderes Spielzeug für Mats, Ladekabel für alle erdenklichen Gerätschaften, der Dampfgarpürierer für Matsis Essen. Ein Buch, eine Picknickdecke, Lebensmittel, die eine Woche ohne uns zu Hause nicht mehr überlebt hätten, der Kinderwagen, und, und, und.
In Burhave angekommen wollten wir etwas essen. Mats becircte (natürlich) die Kellnerin, die Leute am Nachbartisch. Und während wir schön draußen saßen, fing es (natürlich!) an zu regnen. Ach, was sage ich, es schüttete. Grandioser Auftakt!
Abends im Bett übergab Mats sich etwas auf seinen Schlafsack. Halb so wild, Muddi hat ja, für den Fall der Fälle (“Im Urlaub wasche ich nicht, da nehm ich lieber alles in vierfacher Ausführung mit!”) noch einen zweiten Schlafsack dabei. Zehn Minuten. Zehn. Dann hatte er auch den vollgespuckt.

Erkenntnis #1: Nehme alles in siebenundzwanzigfacher Ausführung mit.
Und daraus folgt auch gleich Erkenntnis #2: Muddi wäscht doch im Urlaub. Und weil es sich nicht lohnt, nur zwei Babyschlafsäcke in die Trommel zu stecken, wäscht se dann auch gleich alle anderen Sachen mit, an denen der Ansatz eines Krümels zu erkennen ist.

Am Sonntag dann sind wir auf dem Deich spazieren gegangen. Na ja, zumindest ein Stück, denn die Schafe und ihre Hinterlassenschaften machten ein sicheres und insbesondere ein sauberes Gehen quasi unmöglich. Aber wir sind bis nach Fedderwadersiel gegangen, mein Mann hat sich einen wunderschönen Sonnenbrand geholt und Mats? Ja, der hatte abends Fieber. Wir schoben es auf den nächsten Zahn, er hatte den Tag über auch nicht gut gegessen und war allgemein schlecht drauf gewesen.

Erkenntnis #3: Ein Baby wird immer abends, am Wochenende oder halt im Urlaub krank. Und dann so richtig.

Mats wurde mit jedem Tag quengeliger, verweigerte die Nahrung (außer Muttermilch direkt von der Bar und Weißbrot), weinte viel. Und wir machten uns Sorgen. Das Fieber sank trotz Fieberzäpfchen nicht wirklich, nachts im Schlaf schrie Mats, so dass mein Mann und ich jedes Mal senkrecht im Bett saßen, weil dieser Schmerzschrei einfach durch Mark und Bein fährt. Furchtbar! Als dieses arme kleine Kerlchen auch am Mittwoch noch hohes Fieber hatte (39,5 direkt nach dem Aufwachen morgens), fuhren wir mit ihm zum Arzt.
Eine “beginnende Mittelohrentzündung”, sagte die Kinderärztin. Und so gab es das erste Antibiotikum für Mats.
Am nächsten Morgen hatte er direkt einen fiesen Ausschlag am ganzen Körper. Wir also gleich wieder zur Ärztin gefahren. Sie vermutete nun ein Dreitagefieber (welches ich im Übrigen von Anfang an vermutet hatte, aber ich bin ja nur eine Mutter mit einem siebten Sinn und keine studierte Medizinerin) und nach wie vor die Mittelohrentzündung, weil Mats wie am Spieß schrie, sobald man sich seinen Ohren näherte. Trotzdem bekamen wir ein anderes Antibiotikum. Für den Fall, dass der Ausschlag doch eine allergische Reaktion darstellte.
Von dem Moment an ging es ihm stündlich besser. Seitdem wir wieder zu Hause sind, ist er wieder komplett fit.

Einige von euch wissen, dass wir zu Hause den Luxus eines Kaffeevollautomaten genießen können. Ein bisschen an dem einen Rädchen drehen, etwas an dem anderen und zack, fertig ist der Wunschkaffee. Im Ferienhaus sah die Welt anders aus. Eine normale Kaffeemaschine. Hab ich als Kind doch auch bedienen können! sowas verlernt man nicht.
Nach dem ersten Kaffee hatte ich Herzrasen. Und mein Mann? Der verzog das Gesicht und sagte: “Jetzt weiß ich, warum du Lehrerin bist und nicht im Büro arbeitest!” Danke, Schatz! Am nächsten Morgen versuchte ich es noch einmal! aber die Resonanz fiel sehr ähnlich aus, deshalb trat ich diese durchaus existenziell wichtige Aufgabe an meinen Mann ab. Der arbeite ja auch im Büro.

Kommen wir also zu Erkenntnis #4: Ich kann keinen Kaffee kochen.

Wir haben auch ein paar Ausflüge gemacht, zum Beispiel nach Bremerhaven. Ich möchte niemandem zu Nähe treten, der dort lebt oder von dort stammt oder sonst irgendwas – aber hübsch ist anders, oder? Klar, wir kannten uns nicht aus. Wenn man weiß, wo man hingehen muss, wird auch Bremerhaven schöne Ecken haben, aber uns blieben sie an diesem Tag verwehrt.
Wir waren allerdings auch in Oldenburg. Was für eine hübsche Stadt! Leider hatten wir nicht so viel Zeit und konnten nicht ausgiebig bummeln, aber eins steht fest: Wir werden wiederkommen!
Wir haben es aber auch genossen, einfach mal nichts machen zu müssen.

So, und jetzt noch mal was in eigener Sache. Ich wusste, dass es passieren würde, als wir gebucht haben. Ich habe die Schnauze voll vom Stadtwohnungsleben. Wie sehr habe ich es genossen, den Kinderwagenaufsatz nicht bis in den ersten Stock (ja, es könnte schlimmer sein, nervt aber auch) schleppen zu müssen. Und bei gutem Wetter saßen wir zusammen auf der Terrasse, haben uns ein Käffchen gegönnt, während Mats noch im Kinderwagen schlief. Wäre er schon größer, er hätte im Garten spielen können, während wir dort saßen. Und wir hatten zwei Bäder, es gab morgens kein Geschiebe und kein “Darf ich da mal eben ran? Gehst du mal bitte zur Seite, weil unser Bad ohne Tageslicht so unsagbar klein ist!” Und dann waren da noch ungefähr 645 andere Momente, in denen ich dachte, Ich will ein Haus! Aber, Träume darf man haben, oder? Vielleicht in ein paar Jahren. Wenn endgültig wissen, wo wir uns niederlassen. Hach… Ein Haus.

Also haben wir hier auch Erkenntnis #5: Ich möchte ein Haus.

So, ihr Lieben. Die nächsten Tage und Wochen werden wieder spannend. Mats geht bald in die Krippe. Ich fange wieder an zu arbeiten. Wir haben morgen Hochzeitstag. Ihr sehr schon, es wird so einiges passieren, was neuen Stoff liefern wird!
Oder habt ihr irgendwelche Themen, zu denen ich mal was schreiben soll? Falls ja, schreibt es mir doch in die Kommentare.

Liebe Bald-Mamas und Bald-Papas.

In meinem privaten Umfeld sind aktuell ein paar Kinder unterwegs. An alle Bald-Eltern aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis: Es geht hier nicht um euch. Also doch, schon. Aber halt nicht mehr als um andere werdende Eltern. Jeder, der sich angesprochen fühlen möchte, darf dies auch gerne tun.
Warum schreibe ich hier einen öffentlichen Brief an werdende Eltern? Gute Frage. Eine Antwort hab ich nicht wirklich, mir war einfach danach. Vor allem geht es um meine eigenen Erfahrungen vor und nach der Geburt. Was habe ich Freunde mit Kindern mit Fragen gelöchert. Ha! Deshalb, basierend auf meinen persönlichen Erfahrungen, hier ein paar Tipps von mir. Für euch. Wer auch immer sich jetzt angesprochen fühlen mag.

Wie ist denn eine Schwangerschaft so?
Gegenfrage: Wie oft hast du heute schon geblinzelt? Ganz ehrlich, die Schwangerschaft gibt es einfach nicht. Nein! So wie jeder Mensch anders ist, ist es auch jede Schwangerschaft. Logisch, oder? Eine vielleicht allgemeingültige Faustregel, mit der man nie irgendwas falsch macht, auch nicht nichtschwanger: Hört auf euer Bauchgefühl! Und im Zweifelsfall geht ihr zum Doc. Lieber einmal mehr als nachher einmal zu wenig. (Und dass meine Schwangerschaft wenig lustig war, muss ich an dieser Stelle ja nicht zum 23. Mal wiederholen.)

Und wie is’ so ‘ne Geburt so?
In etwa so wie eine Schwangerschaft ist. Das Spektrum reicht wieder mal von bis. Detailliert kann ich verständlicher Weise nur von Mats’ Geburt berichten, weiß aber aus Erzählungen, dass es ganz anders sein kann. Jeder sagt, dass eine Wassergeburt achsomegasupidupitoll ist? (Ja!!!!! Aber is’ meine Meinung.) Aber du bist alles andere als eine Wasserratte? Warum zum Henker solltest du dein Kind dann im Wasser bekommen?
Gut ist, was sich gut anfühlt und gut tut. Versteht mich nicht falsch, eine Geburt tut weh, ob man will oder nicht, aber die Umstände könnt ihr selbst beeinflussen. Ich glaube nämlich, dass wenn man sich wohlfühlt, die Geburt einfacher ist. Aber wie immer, das ist meine Meinung, mit der ich auch komplett daneben liegen kann.
Gleiches gilt übrigens auch für die Antwort auf die Frage wen man denn am besten mit in den Kreißsaal nehmen solle. Ich persönlich finde ja, dass der Mann it

Wird sich mein Leben mit Kind verändern?
Jo.

Wird mein Leben jetzt besser oder schlechter?
Weder noch. Denn es wird anders. Alles wird anders. Die Sichtweisen, der Tagesablauf, die Prioritäten. Einfach alles. Partyurlaub in Ibiza? Na, dann doch lieber ‘ne Woche Ostsee! Das alte Lieblingsrestaurant, weil so toll stylisch und cool? Die können ja nicht mal ein Breigläschen richtig aufwärmen, da geh’ ich nicht mehr hin! Ml fix in den Supermarkt springen und ‘Ne tüte Milch kaufen? Der Supermarkt führt keine Bio-Milch! Boykott!
Versteht ihr, was ich meine? Im Normalfall (und ich hoffe inständig auch in den allerallermeisten Fällen!) wird euer Kind zum Dreh- und Angelpunkt eurer Welt. Alles dreht sich um diesen kleinen Menschen, der schlicht und ergreifend auf eure Hilfe angewiesen ist, der sich nicht mal eben in die Küche stellen und sich was Leckeres brutzeln kann, der sich nicht mal eben unter die Dusche stellt und sich wäscht.

Keep your friends close. But keep your enemies closer.
Will meinen: Andere Schwangere. Beziehungsweise andere junge Eltern. Sie können eine riesige Hilfe und Unterstützung sein, weil sie euch verstehen, weil sie dasselbe durchmachen wie ihr. Oder weil sie das schon durchgemacht haben, was ihr gerade erlebt und euch dementsprechend Tipps geben können. Jetzt kommt das Fette aber: Nirgendwo wird so viel geflunkert wie bei Unterhaltungen zwischen frisch gebackenen Eltern. Ich meine das nicht böse, ich weiß, dass man das eigene Kind in den Himmel lobt, weil es ja auch das mit Abstand allertollste im Leben ist. Aber ein Baby, das mit vier Monaten einen festen Tagesrhythmus hat, nachts durchschläft, sich alleine hinsetzt, ganz ehrlich, das würde mich ausgesprochen stutzig machen! Ja, Babies haben einen Rhythmus. Den ändern sie auch selbstständig in (mehr oder) minder regelmäßigen Abständen.
Ich meine nicht, dass ihr jetzt allen Schwangeren und Neu-Eltern misstrauisch gegenübertreten sollt, nein, bitte nicht! Wenn euch jemand komisch vorkommt, dann blendet sie am besten aus. Ich meine, wir alle haben zwei gesunde Ohren (zumindest hoffe ich das!): Ins eine Ohr rein, durchs andere wieder raus.

Nicht. Verrückt. Machen. Lassen.
Bezieht sich auch noch auf den vorherigen Punkt. Es wird früher oder später Leute in eurem Leben geben, die euch erzählen, wie perfekt und vollkommen ihr Kind doch ist. Und ja, man ist geneigt, sich davon verrückt machen zu lassen. Zu denken, Mist! Wieso deren und nicht mein Kind? STOPP! Halbiert das, was sie sagen und zieht dann noch mal ‘nen großen Brocken davon ab. Dann habt ihr sie die Wahrheit. Und dann? Einfach freundlich nicken und lächeln. Hilft. Immer. In jeder Lebenslage.

Deine Beziehung
wird sowas von anders sein! Nicht besser oder schlechter, halt anders. Denn da ist plötzlich jemand, der alles (insbesondere euch, liebe Neu-Eltern) Dagewesene einfach mal umwirft und alles neu ordnet. Ihr habt jetzt erstmal keine ruhigen Abende zu zweit mehr. Mal eben ins Kino? Vergiss es. Romantisches Candle-Light-Dinner? Zu Hause, in Jogginghose und mit ungewaschenen Haaren, um 18 Uhr, gerne. Mal richtig abtanzen gehen? Klar, Rolf Zukowski hat’s halt auch wirklich drauf! Und wenn ihr es genau wissen wollt, euch werden diese Dinge auch nicht sonderlich fehlen. Und wenn doch, dann guckt ihr euch dieses kleine Geschöpf an! das einfach abhängig ist von euch. Spätestens dann wird die Lust! den Abend auf der Couch zu verbringen um einiges größer! Aber (ja, jetzt kommt’s), eure aberziehend braucht trotzdem Pflege. Wie sagte Hape Kerkeling schon so schön? “Liebe ist Arbeit. Deshalb heißt es ja auch Blow Job und nicht Blow Holiday.” Ich bin der Meinung, dass es die kleinen Dinge sind, die hier unter das Thema “Arbeit” fallen. Hier mal ein liebes Wort, da mal eine Streicheleinheit, oder einfach dass man dem Partner etwas abnimmt, was ihn nervt. Das kann alles Mögliche sein. Ihr selbst kennt eure Partner am besten und wisst, was darunter zu verstehen ist. Mir zum Beispiel tat es unheimlich gut, dass mein Mann mir, auch wenn ich mich fühlte wie rückwärts durch den Fleischwolf gedreht, ganz, ganz liebe Dinge gesagt hat. (Was das im Detail war geht hier ehrlich gesagt niemanden was an.)

Wie erzieh ich denn mein Kind nachher richtig?
Beispiel: Ich war heute mit einer Freundin in einem Einkaufszentrum. Meine Freundin ist kinderlos. Und wir gingen in einen großen Drogeriemarkt, in dem ich einen Brei für Mats besorgte (weil ich es mal wieder verplant hatte, selbst einen zu kochen. Ach ja, verplant sein werdet ihr, liebe Mamas, nach der Schwangerschaft erst so richtig!). Den aß er dann draußen vor dem Laden, wo sich ein Mini-Spielplatz für Kinder befindet. (Na, wer ahnt jetzt, um welches Einkaufszentrum es sich handelt?) Eine (schwangere) Mama mit zwei größeren Kindern erlaubte Ihnen, dort zu spielen, während sie etwas einkaufen ging. Der Junge, ich schätze ihn auch etwa vier oder fünf, war gleich so voller Euphorie, dass er stolperte und sich langlegte. Autsch! Tat mir leid! Ehrlich! Er erholte sich schnell und die Mama ging in den besagten Drogeriemarkt.
Meine Freundin hätte nicht so gehandelt wie die Mutter. Schließlich sei der Junge ja gerade eben erst hingefallen. Was, wenn das wieder passiert? Meine Reaktion: Achselzucken. “Dann steht er halt wieder auf.” Und in meinem Hinterkopf der Gedanke: Einmal allein und in Ruhe in einen Drogeriemarkt gehen…
Ihr ahnt schon, worauf ich hinaus will – DEN richtigen Weg sein Kind zu erziehen gibt es nicht. Jeder Papa und jede Mama kennt sein eigenes Kind am besten und weiß, was ihm gut tut und was nicht.

Was bringt es mir, unendlich viele Fragen zu stellen?
Außer Verwirrung wahrscheinlich nicht viel. Ich meine das nicht böse, im Gegenteil. Ich freue mich wirklich aufrichtig, wenn ich zu all diesen Themen rund um Schwangerschaft und Co. befragt werde. Aber, und das wird deutlich geworden sein, die eine Antwort kann ich nicht geben. Das kann in den seltensten Fällen jemand. Trotzdem bin ich eine Verfechterin des Wahrheitsagens. Es bringt nichts wenn ich irgendwas beschönige, was in meinem Fall alles andere als schön war. Das heißt aber nicht, dass es bei euch nicht komplett anders sein kann! Insofern: Keep cool!

Ich hoffe, dass ich einigen da draußen einige Fragen beantworten konnte. Wenn noch Fragen offen geblieben sind, stellt sie mir doch in den Kommentaren und ich werd drauf zurückkommen.

Jetzt geh ich erstmal ins Bett, der kleine Kerl wird morgen wieder früh wach sein und sich permanente Unterhaltung einfordern…